Summer Rolls und Gose

Von Viktoria Rieber. Gerne wird beim Food Pairing zu Bier und Speisen aus demselben Kulturkreis gegriffen. Porter zum Burger, Helles zum Schweinsbraten, IPA zum Curry. So weit so gut. Das geht natürlich auch ein bisschen spannender. Viktoria Rieber: Da unsere große Leidenschaft das Kochen ist, wollen wir hier immer wieder Biere vorstellen, die auf den ersten Blick nicht “logisch” zu einem Gericht passen. Aber sie fordern es heraus, setzen einen starken Kontrast. Oder, Komponenten verstehen es, eine Nuance im “Partner” hervorheben.

Starten wir mit vietnamesischen Summer Rolls und Wan Tans. Die dünnen Reispapiere wurden mit rohen Gemüsestreifen gefüllt. Interessant wird das Ganze durch Unmengen von Koriander, Minze, Ingwer und Chilli. Unverzichtbar für die “gewickelten Rohkostplatten” ist die vietnamesische “Zaubersauce” aus Chilli, Limette und Fischsauce. Alles schmeckt frisch, sauer, scharf. Da Sommerrolls ohne Sauce ziemlich langweilig sind, ist der säuerliche Dip tonangebend. Ein tiefer Blick in den Kühlschrank bringt uns auf die Idee: Säure und Koriander? Das klingt verdächtig nach Gose! Wir entscheiden und für das exzellente Exemplar von Martin Simion, aus dem Brauwerk.

Die neue Manufaktur der Ottakringer hat uns bis jetzt mit keinem Bier enttäuscht. Das ändert sich auch heute nicht. Die Gose begeistert mit einer sehr feinen Säure, die das Essen nicht überlagert. Besonders spannend ist die leichte Salznote, die in jede gute Gose gehört. Genau so wie Koriandersamen. Beides schmeckt man, auch weil das Aroma des Northern Brewer Hopfens im Hintergrund bleibt. Ein wirklich schönes Bier, das die zarten vietnamesischen Summer Rolls nicht überlagert. Und glücklicherweise finden wir noch eine zweite Flasche im Kühlschrank, denn auch zu den mit Garnelen und Wasserspinat gefüllten Wan Tans in Miso-Brühe passt es ganz hervorragend.