Perseveration

„Namen sind oft mehr als Schall. Und rauchen tun sie auch nicht all.“ DJ Sixpack im September 2008

„Hochschule für Welthandel“. Das war, im Vergleich zur biederen Pimperl-Bezeichnung ‚Wirtschaftsuniversität’ ein wunderbarer, Grenzen sprengender Name. Wit zutreffender obendrein. Ihr DJ Sixpack hat dort den Namen erfahren, für etwas, was bis dahin unbezeichnet, aber heftig, sein rotierendes Denken beschäftigt hat. Denn immer rennt etwas, in seinem storming brain. Nummern. Aber nicht im Sinne von Zahlen. Die Welterfassung Ihres DJs fußt nicht auf so etwas exaktem wie Ziffern. Jene Nummern, welche die DJ-Welt beschreiben, bestehen aus Melodie und Dynamik. Das Metrum eines Songs ist die exakteste Kategorie in dieser Denke. Seine Songs brauchen keinen Humanizer. (So nennt der Techniker das Programm, welches kleine Fehler, Aryhtmien, in computergenerierte Liedchen einbaut, damit die Schleifen ein bisserl menschlicher wirken). Auch der Begriff ‚Perseveration’ bezeichnet eine Schleife. Jene, die im DJ-Sixpack-Hirn immer wieder dieselbe Sequenz eines Songs abgespielt. Oft stammt diese aus dem Liedel, das der DJ zuletzt gehört hat, bevor er den Radio  ausgeschaltet hat, in der Früh.

Renoviert das Schulnoten- System!

Frühmorgens perseverieren also Songs, besser gesagt: Songfetzen. Ab dem späteren Vormittag werden diese Musikstücke verdrängt. Von Bildern, die in hellgelben bis dunkelbraunen Farben erstrahlen. Diese meist perlenden und schäumenden Visionen werden von Worten begleitet, welche klingend durch des DJ’s neuronale Bahnen jagen: Pils, IPA, Stout, Gose, Cerveza, Birra, Pivo. Solche Lautketten sind für Ihren DJ – und da weiß er sich in allerbester Gesellschaft – weit mehr als nur Schall. Sie lösen eine Erwartungshaltung aus, die, glücklicherweise, täglich befriedigt werden kann. Apropos „befriedigend“: Der DJ regt an, das Schulnoten-System zu überdenken. Nicht Genügend ist ein Fünfer, keine Frage. Mit dieser Note muss jeder bestraft werden, der seinen Eiskasten zu füllen vergaß. Genügend kann weiterhin einen Vierer bezeichnen. Man soll täglich drei Liter Flüssigkeit zu sich nehmen, auch Wasser ist da genügend. Den „Dreier“ übersetzen wir hingegen besser mit Gut und den Zweier mit Sehr Gut. Denn es gibt eine Kategorie, welche keine mehr über sich duldet. Ein Schluck Bier ist einfach ‚befriedigend’ und somit besser als „sehr gut“. Der „Einser“ kann also nur „befriedigend“ heißen. oder?