Pale Ale: Mehrheitsfähig

2012 wurde das Institut für Bierkultur (damals noch „wegro gmbh“) mit einer Expertise beauftragt. Die Frage lautete: Welcher Craft-Bierstil ist im deutschsprachigen Raum „mehrheitsfähig„? Die Antwort fiel eindeutig aus: Pale Ale. Der vor Jahrhunderten in England aber auch Hamburg erfolgreich vermarktete Bierstil wurde im Zuge der Craft Beer Revolution in den USA kräftig umgedeutet. Aus dem ursprünglich hopfenlosen Gebräu (Ale war einmal eine Bezeichnung für ungehopfte obergärige Biere englische Brauart) wurde ein Bierstil, der vor allem durch seine, gerne fruchtigen, Hopfennoten begeistert. In jüngster Zeit herrscht bei guten Brauereien die Tendenz zu eher dezent (also nicht allzu „plakativ“) gehopften Ale-Bieren. In jedem Fall zeichnen sich die heute im deutschsprachigen Raum gängigen Ales durch Frische, Spitzigkeit und eine deutliche Hopfenbetonung aus. Der Mix aus lebendiger Struktur (die auch durch die obergärigen Alehefen entsteht), frisch-fruchtiger Hopfennase, rezentem Antrunk und erneut hopfigem Ausklang gefällt einem qualifizierten Anteil der Biergenießerinnen Community. In der Zwischenzeit haben einige Brauereien mit großer Marktbedeutung Pale Ale Produkte auf den Markt gebracht. In Österreich hat die Stieglbrauerei zu Salzburg die Einführung ihres „Columbus“ jüngst mit einer gut sichtbaren Plakatkampagne begleitet. In Deutschland hat Beck’s Pale Ale breitenwirksam eingeführt, das Ratsherrn Pale Ale erinnert in Hamburg an die dortige große Tradition dieses Bierstils. Schon vor zwei Jahren haben die Vereinigten Kärntner Brauereien ihre Traditionsmarke „Schleppe“ mit dem stilvoll gestalteten und mittlerweile mehrfach prämierten Pale Ale „Schleppe No 1“ wiederbelebt. Demnächst bringen die Innviertler Craft-Bier-Pioniere Raschhofer ihren „Silberpfeil“ – ein ebenfalls ausgezeichnetes Pale Ale. Und der Doyen der Österreichischen Braumeister, Günther Seeleitner, hat in seiner Kaltenhausener Biermanufaktur ebenfalls ein Bier dieses Stils eingebraut. Schon vor einiger Zeit hat die größte Brauerei Vorarlbergs, Mohren ein sehr gutes Pale Ale vorgestellt. Stiegl gehört zu den größten Privatbrauereien Österreichs, Kaltenhausen und Schleppe sind Marken der BrauUnion (Heineken).

(Daneben gibt es natürlich eine Vielzahl von Bieren dieses Stils aus kleinen und kleinsten Brauereien – viele davon sind ganz ausgezeichnet – aber in dieser Story soll über den Trend zu Pale Ale in größeren Brauereien berichtet werden)

Pale Ale aus größeren deutschen Brauereien (Beispiele):

  • Maisel & Friends Pale Ale
  • Köstritzer Pale Ale
  • Beck’s Pale Ale
  • Ratsherrn Pale Ale
  • Camba Pale Ale

Pale Ale aus größeren österreichischen Brauereien:

  • Stiegl Columbus 1492
  • Kaltenhausener 1475 Pale Ale
  • Schleppe No.1
  • Mohren Pale Ale
  • Raschhofer Silberpfeil