Meister oder Master?

Wien ist leider nicht die Hauptstadt der EU. BeerKeeper bringt: Eine kleine Satire auf wienerisch. „Is da masta jez sofüü weat wia da betschela? oda is da masta sofüü weat wia da masta? wea isn jezt a masta? da masta (mit akademischm diplom) oda aafoch da masta?

mia is des ee wuaschd. wue seiz mein greisla nimma gibt, wuade mia da doktatitl gewissermosn offiziell obeakaunt. und des obwoi i niemois a foische doktaoaweid eigreicht hob! gotseidaunk bin i biakiipa. des is iwaroi füü weat“.

Anlass

Laut EU wird der (Handwerks-)Meister dem akademischen Grad Bachelor „gleichgestellt“. Somit haben wir in Wien ein sprachliches Paradoxon, Denn im Wienerischen wird der Meister (z.B. Malermeister, Tischlermeister) „masta“ ausgesprochen – was genau gleich klingt wie das englische „master“.  Wenn nun der „Masta“ dem „Bachelor“ gleichgestellt wird haben wir Masta und Masta – auf unterschiedlichenen Ebenen. Siehe KURIER vom 2. Februar 2016.

Übersetzung auf Hochdeutsch

Ist der „Meister“ (wienerisch „Masta“) jetzt so viel wert, wie der Bachelor? Oder ist der Meister (wienerisch „Masta“) so viel wert, wie der „Master“ (wienerisch ebenfalls „Masta“). Wer ist denn jetzt >masta< der Master (mit akademischem Diplom) oder einfach der Meister? Mir ist das egal. Denn seit es meinen Greissler (Gemischtwaren-Nahversorger) nicht mehr gibt wurde mir gleischsam „offiziell“ der Doktortitel aberkannt. Und das obwohl ich niemals eine gefälschte Doktorarbeit eingereicht habe. Gottseidank bin ich BeerKeeper – das ist überall viel wert.

Anmerkung

Beim „Greissler“ wurden in Wien seinerzeit Kundschaften gerne mit allen möglichen Titeln angesprochen, ganz gleich ob sie diese führen durften oder nicht.