Leidenschaft Craft

Leidenschaft Craft

Am 8. November, also zur BrauBeviale, erscheint erstmals „Leidenschaft Craft“ ein Magazin, das den großen Fachzeitschriften des Verlags Sachon – Brau Industrie, Getränke Industrie und  Getränke Fachgroßmarkt beiliegt. Beerkeeper haben mehrere Stories beigesteuert. 

Leidenschaft Craft soll regelmäßig erscheinen

In Zukunft soll das Magazin regelmäßig erscheinen. Vorerst wird es  den auflagenstarken und gut etablierten Magazinen des Sachon Verlages beigelegt. Eine überaus sinnvolle Distributionsweise, zumal bei den schwachen Verkaufszahlen der anderen, „selbständigen“ Titel, die zurzeit im deutschsprachigen Raum zum Thema Craft Bier erscheinen.

Beerkeeper Beiträge zu „Leidenschaft Craft“

Birgit Rieber und Der Biersepp haben vier größere Beiträge zur Erstausgabe von Leidenschaft Craft verfasst. Hier die Aufstellung:

  • „Die Kraft einer einzigen Silbe“ – für das Editorial hat Der Biersepp einen Artikel zur Bedeutung der Lautkette [Kra:ft] geschrieben.
  • „IPA – vom Bierstil zur Stilfamilie“ – Birgit Rieber schrieb den ersten Artikel für die Rubrik Kleine Bierkunde.
  • „Ganz net“ – eine Story über „Craftbier im web“ Dazu haben wir für Sie eine LINKSAMMLUNG bereit gestellt.
  • „BeerKeeper Training“ – Zu den Kursen anno 2016 ist ein Jahresrückblick erschienen, den man als PDF herunter laden kann.

ZUM PDF DOWNLOAD

Textprobe aus „IPA – vom Bierstil zur Stilfamilie“

IPA mauserte sich bald zum Lieblingsstil der Craft- Beer-Bewegung. Speziell in der neuen, amerikanischen Interpretation des alten, ursprünglich englischen Stils. IPA ist die Abkürzung für „India Pale Ale“. Achtung: India ohne „n“. Es gibt tatsächlich Brauereien, die „Indian“ [mit „n“] auf ihre Etiketten schreiben. Sie liegen damit nur leicht daneben: cirka 12000 Kilometer.

Kurz und sexy

Das Akronym „IPA“ wirkt auf Biergenießerinnen so sexy, dass es mittlerweile für andere Bierstile herangezogen wird. Eine gewisse Logik liegt dabei in der Bezeichnung „Imperial IPA“; sie verspricht noch mehr Intensität, Hopfen, Alkohol; das Wort „Imperial“ wurde vom Stout entlehnt, Paradox: Helles Schwarz Aber was sollen wir uns unter „Black IPA“ vorstellen? Ein sprachliches Paradoxon allemal, ist doch „pale“ mit „hell“ zu übersetzen und „black“ mit „schwarz“. Demnach wäre ein Black IPA auf deutsch ein „Schwarzes Indisches Hellbier“ und somit so etwas Ähnliches wie ein „schwarzer Schimmel“. „Finster war’s, der Mond schien helle“.

Paradox ist aber nur das Wording. Es gibt außergewöhnlich gute Biere dieses Stils. Wie zum Beispiel jenes der kanadischen Brauerei Steamworks, „Black Angel IPA“ genannt. Oder die „Dunkle Materie“ der Wiener Kuckucksbrauer „Brew Age“. Die Camba Bavaria hat sogar ein „Imperial Black IPA“ mit 120 Bittereinheiten eingebraut.

Weizen IPA

Maisel Bayreuth liefert mit „Citrilla“, Ratsherrn Hamburg mit dem „Matrosenschluck“
jeweils ein „Weizen IPA“. Das weiße „Nicobar“ aus dem salzburgischen Gusswerk wird auch so bezeichnet. Die „Hopfenweisse“ von Schneider Kelheim fällt nach unserem Erachten in denselben Stil, auch wenn die Brauerei ihren köstlichen Doppelbock nicht „IPA“ nennt.

Erweiterung nach oben …

Das erwähnte „Imperial IPA“ kommt auch als „Double IPA“ vor und wird seit ein paar Jahren als eigene Kategorie beim European Beer Star geführt. Köstliche Beispiele gibt es von der Camba Bavaria; von St. Austell „Big Job“, und von Evil Twin Brewing, den Molotov Cocktail (mit „v“).

Aber Imperial oder Double bezeichnet noch nicht das Ende der IPA-Fahnenstange. Von dort weht zurzeit das „Triple IPA“, auch „Extreme IPA“ oder „Imperial Double IPA“ genannt. Biere mit 120 Bittereinheiten
und hohen Alkoholwerten, zehn und mehr Volumenprozente sind da keine Seltenheit. Wie beim „TIPA“ (Triple IPA) von Emelisse mit 103 IBU und zehn Volumenprozent Alkohol. Oder beim „Devil Dancer“ von Founders mit zwölf Volumenprozent und 120 IBU.

… und nach unten

Die IPA-Stilfamilie wurde auch in die unteren Bereiche der Alkoholgehalte erweitert. Es gibt einen Stil, der „Session IPA“ genannt wird und mit oft nur rund fünf Volumenprozent in puncto Alkohol unter dem Wert mancher Pale Ales liegt. Was jedoch die Hopfung anbetrifft, zeigen sich Session IPAs so herb wie „erwachsene“ IPAs, womit ein wichtiger Unterschied zum Pale Ale herausgearbeitet wäre. Feine Beispiele für den Bierstil Session IPA: „All Day“ von Founders, „Easy IPA“ von Flying Dog (beide USA) oder „Hausmarke 2“ aus dem Ottakringer Brauwerk (Wien).

„IPA“ bezeichnet demnach längst nicht mehr nur einen einzelnen Stil, sondern eine ganze Familie von Stilen. Sie wird auch in Zukunft weitere Zuwächse verzeichnen. Und offenbar gilt bei Craft Beer auch bezüglich der Stil-Bezeichnungen: „Erlaubt ist, was gefällt.“ Alle Biere, die wir hier erwähnt haben, wissen jedenfalls zu gefallen.