Braukunst Live! 2015 – BeerKeeper Trends

Bereits zum 4ten mal fand am vergangenen Wochenende im Münchner MVG Museum die Braukunst live statt. Das „Who ist Who“ der Craft Bier Szene hat sich eingefunden um das neubierige Publikum mit jeder Menge Neuheiten zu überraschen. Das Institut für Bierkultur war vor Ort um die Trends aufzuspüren.

3 Tage Bier satt

Brauereien und Händler folgten zum 4. Mal dem Ruf des Veranstalters Frank Boer. Sie kamen aus Norwegen, Italien, Amerika, der Schweiz, Österreich und natürlich Deutschland und präsentierten ihre Sortimente. Sie lockten nicht nur Fachpublikum an, sondern auch immer mehr Männer und Frauen, die dem Biervirus verfallen sind.

Trends für 2015

Götz Steinl, Verkaufsleiter der Camba Bavaria aus Truchtlaching, die Craft Brauerei des Jahres 2014, sieht einen der Trends in leichten Bieren: “Aber hopfig und fruchtig müssen sie sein. Unser Summer Ale mit 3,9 % Alkohol und 28 Bittereinheiten hat im letzten Sommer eingeschlagen wie eine Bombe. Die Leute wollen nicht auf Geschmack verzichten. Da haben wir wohl ins Schwarze getroffen. Weiterhin werden Weißbiere mit speziellen Hopfungen, wie unsere Nelson Weisse oder das Love Beer boomen. Und mein persönlicher Favorit ist unser Christopher Ale (Belgisch Wit) – fruchtig, erfrischend und frisch.“

Belgisch Wit – groß im Kommen

Belgisch Wit, ein alter Bierstil aus Belgien, wird tatsächlich immer beliebter. In Deutschland nicht unumstritten, entspricht seine Herstellung doch nicht dem Deutschen Reinheitsgebot. Die Zugabe von Orangenschalen und Koriandersamen sind im fast 500 jährigem Biergesetz verboten. Die Köstritzer Brauerei scheint eine Ausnahmegenehmigung zu haben und führt den Stil ganz offiziell in ihrem Sortiment.  Auch Christian Hans Müller von Hanscraft, bekannt geworden durch Bayrisch Nizza, hat ein Witbier im Sortiment. Dieses darf von rechtswegen nicht in Bayern gebraut werden, in einem anderen Bundesland hat er dafür jedoch eine Genehmigung bekommen. Klingt komisch – ist aber so! „Ich bin froh darüber, dass ich die Möglichkeit bekommen habe, mein Bier zu brauen”, so Müller, “und jetzt freu ich mich, dass es den Leuten schmeckt. Vielleicht habe ich damit eine Tür geöffnet, die noch viele andere Brauereien nutzen können.“

Sauerbier

Ein weiterer Trend, der sich auf der Braukunst abzeichnet, ist definitiv das Sauerbier. Die Brauerei Stiegl aus Salzburg hat ihr zweites vorgestellt, ein Framboise. Markus Trinker, Kreativ-Braumeister der Stieglbrauerei zu Salzburg, sagt, dass er seinen Keller mit den Holzfässern hütet wie seinen Augapfel. Er könnte gar nicht schlafen, wenn er nicht regelmäßig bei seinen Fässern vorbei schauen würde. Auch die Schlossbrauerei Au in der Hallertau hat ein im Rotweinfass ausgebautes Bier dabei – eine wahre Gaumenexplosion.

Rückschau

98 Stände konnten in diesem Jahr besucht werden. Genaue Zahlen wurden leider bekannt gegeben. Nach Einschätzung vieler Aussteller, waren die Besucherzahlen heuer rückläufig. Sicher hat das traumhafte Wetter am vergangenen Wochenende seinen Teil dazu beigetragen. Der Vorteil: es blieb viel Platz für Gespräche. Gäste und Aussteller haben dieses sichtlich genossen.

Einziges Manko der Veranastaltung: Die organisatorischen Probleme der letzten Jahre – Gläsermangel, Toilettensituation und auch das fehlende Gäste-Wlan – wurden leider nicht behoben.