Aus dem Handgelenk.

BeerKeeper -Gedanken zum 23. und 24. April. Zu einer Uhr und zur Zukunft des Bierkonsums. Hat eigentlich schon jemand geschrieben, dass das englische „watch“ mindestens zwei Bedeutungen hat: Uhr und Beobachtung? Eine Apple Watch zu tragen heißt auch „To be on watch“, also „Unter Beobachtung stehen“.

Die „Watch“ wird die Menschheit nachhaltig verändern.

In dieser düsteren Prognose sind sich fast alle einig. Viel ist zu lesen, in diesen Tagen, über das kleine Monster für das Handgelenk, die Illustrierte „News“ hat es sogar auf den Cover genommen. Zwei Daten, an zwei aufeinanderfolgenden Tagen: Der Tag des Bieres, der sich auf das Reinheitsgebot bezieht, welches am 23. April 1516 in seiner Erstfassung veröffentlicht wurde und, am 24. April, die Erstauslieferung der Apple Watch. Stehen die Lemminge schon Schlange, begierig darauf, sich fremder Kontrolle zu unterwerfen und die eigenen Daten (bis aufs Blut) zur Verfügung zu stellen?

Bei so einer tollen Sache hat das Bier keine Chance, oder? In zweierlei Hinsicht. Denn, so der Tenor: Die wunderbare Watch wird uns vermessen und dann sagen, (oder stupsen? oder zwicken?) was uns gerade fehlt. Ein Schelm, der da denkt, dabei könnten vorwiegende jene Lebensmittel empfohlen werden, deren Erzeuger (-Gemeinschaften) prophylaktisch entsprechende Zuschüsse deponiert haben.

Die Bierlobby und die neuen Welt-Beherrscher

Unwahrscheinlich erscheint mir am Tag des Bieres anno 15, dass die Bierlobby(s) rechtzeitig in Verbindung getreten sind, mit dem stylishen Moloch, um mit dabei zu sein, im Portfolio der empfohlenen Lebensmittel. Wird Bier vorgeschlagen werden, wenn die Watch „uns“ sagen wird, was wir jetzt gerade „brauchen“? Oder werden die kleinen Teufel unser geliebtes Gebräu aus dem Handgelenk vom Podest stoßen? Wird sich der Bier-und-wir-Beziehungsstatus ändern, von „Lebenselixier“ auf „Nicht empfehlenswert“?

Der Bub und seine Phantasie

Als Der Biersepp noch ein kleiner Stöpsel war (in den frühen Neunzehnsechzigern!) lief er umher, mit seinem Handgelenk sprechend. Tanten, die ihn frugen, was er da mache, mussten erstaunt hören: „Telefonieren“. Das wurde meist mit einem nachsichtigen „Der Bub und seine Phantasie!“ quittiert. Hätte ich damals geahnt, welch düstere Prophezeiung mir unschuldigem Geschrapp gelang, hätte ich mir ein anderes Spiel ausgedacht. Doch dieser Zug ist – abgefahren. Nennt mich ruhig einen alten konservativen Seppen, mir machen Aussichten auf totale Kontrolle keine Freude.

25. 4. 15: Bock Beer Day in den Hamburger Schanzenhöfen

Ich bleibe lieber beim 23. April! Den 24. könnte ich getrost überspringen, direkt hin zum 25. April. An diesem Tag findet in den Hamburger Schanzenhöfen der Bock Beer Day statt. Organisation: „Altes Mädchen“. Liebe Freunde schenken dort viele gute Starkbiere aus.

Die Craft Brauer: Aarhus Bryghus (Dänemark), Alles Elbe (Pivocar Kocour), And Union (Berlin- Hamburg), Bierfabrik (Berlin), Brauerei BrewBaker, Braukatz (Braumanufactur Allgäu), Braumanufaktur Sander, Gruthaus Brauerei Münster, Hops & Barley (Berlin), Kehrwieder Kreativbrauerei, Lippstädter Brauerei, Privatbrauerei Am Rollberg, Ratsherrn Brauerei (Hamburg), Ricklinger Landbrauerei (fast Hamburg), Schneider Weisse (Kelheim), Schoppe Bräu (Berlin), Westindien, Wildwuchs Brauwerk, Überraschung, Hobbybrauer (Hamburg). Sehr zum Wohle. Der Biersepp

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