12 Klosterbrauereien brauend vereint

Ein Gemeinschaftssud der besonderen Art fand dieser Tage in der niederbayerischen Klosterbrauerei Aldersbach statt. Aldersbach ist heuer Austragungsort der Bayerischen Landesausstellung, deren Thema – kein Wunder in diesem bayerischen Biergeschichts-Jubeljahr – „Bier in Bayern“ lautet. Für die Landesausstellung wurde gebraut.  12 bayerische Klosterbrauerein taten dies mit vereinten Kräften. Mit der Rezeptur erinnern sie an die Zeit von vor 500 Jahren.

Klosterbier

Unser Ziel ist, dem Bier, das vor 500 Jahren gebraut wurde, so nahe wie möglich zu kommen“, sagt der Aldersbacher Braumeister Peter Wagner. Bei seinen Recherchen fiel ihm auf, dass es damals in Klosterbrauereien zweierlei Bier gab. Ein kräftiges für den Abt, den Konvent und wichtige Gäste und ein leichteres, das von den Bediensteten und den Besuchern an der Pforte getrunken wurde. Um dem Rechnung zu tragen, wurden zwei Biere gebraut: das Pfortenbier und das Konventbier.

Die Rohstoffe

Die Rezepturen sind historisch glaubhaft, heißt es in der Presseaussendung. Jeder Sud umfasst 600 Hektoliter. Jede Klosterbrauerei hat exakt 50 Hektoliter eigenes Brauwasser mit nach Aldersbach gebracht. „Das bayerische Wasser ist in der Regel mittelhart und eignet sich deshalb in Verbindung mit dunklem Malz besser für die Herstellung dunkler Biere. Um auch in Bayern helle Biere von höchster Qualität zu erzeugen, muss das Wasser meist enthärtet werden“, betont Prof. Dr. Ludwig Narziss, der dem eigens für das Konvent- und Pfortenbier gebildeten Beratergremium angehört. Das „Wassergemisch“ wurde nicht verändert. Eine Herausforderung für den verantwortlichen Braumeister Wagner, ist doch die Beschaffenheit des Wassers wesentlich für das Bier.B

Die Wahl der Hopfensorten fiel auf die vier alten deutschen Landsorten Hallertauer, Hersbrucker, Spalter und Tettnanger. „Diese Sorten könnten“, so der Hopfenspezialist im Team, Dr. Adrian Forster „in ähnlicher Form auch schon vor 500 Jahren existiert haben“. Da vor 500 Jahren die obergärige Brauart allgemein üblich war, wurde für beide Biere obergärige Hefe verwendet.

O’zapft wird 

Anstich ist zur Eröffnung der Landesausstellung am 29, April. 2016 im Festzelt neben dem Ausstellungsgelände. Kein geringerer als Starkoch Alfons Schuhbeck betreibt das Zelt. Er hat versprochen, die passenden Rezepte zu kreieren und, das sei auch erwähnt, diese zu fairen Preisen zu servieren.

Gruppenbild Protagonisten: Die Protagonisten des Bier-Projektes mit Brauexperten,  Vertretern der Brauerei Aldersbach, Vertretern der teilnehmenden Klosterbrauereien und des Hauses der Bayerischen Geschichte sowie dem Komponisten des Marsches zur Landesausstellung im Alten Sudhaus in Aldersbach.
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